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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

Nachhaltige Entwicklung der Weltgesellschaft  

Spätestens seit Rio schien sich die Welt einig, dass etwas getan werden muss. Die schwindende Biodiversität (Artenvielfalt), der sich immer deutlicher abzeichnende Klimawandel und die Zerstörung natürlicher Lebensräume hatten das Thema „nachhaltige Entwicklung“ auf die Tagesordnung gebracht. Umwelt- und Klimaphänomene kennen keine nationalen Grenzen. Steigen z.B. die Temperaturen, schmelzen die Gletscher und steigen die Weltmeere, so hat das Konsequenzen für alle Bewohner dieser Welt. Im Zeitalter der Globalisierung, in dem die Menschen, vor allem wirtschaftlich, so eng miteinander verbunden sind, wie noch nie, sind gemeinsame Anstrengungen der Weltgesellschaft unerläßlich. Die Lösung dieser Probleme wird künftig eng mit der Sicherung des Weltfriedens zusammenhängen. 

Ungleiche Welt - allgemeingültige Regeln?
Wie können diese Lösungen in einer ungleichen Welt aussehen, in der bisher nur etwa ein Viertel der Weltbevölkerung die Früchte des wirtschaftlichen Fortschritts genießt, während die Folgen des Klimawandels v.a. in den Ländern des Südens zu spüren sind, die zu seiner Entstehung wenig beigetragen haben? Müssen die Reichen vorangehen und zuerst ihren „ökologischen Fußabtritt“ verbessern? Oder führen nur weltweit gültige Standards zu der wünschten Entwicklung? Über all diesen Fragen steht aber noch eine Zentralere: Taugt das gängige, auf Wirtschaftswachstum beruhende Wirtschaftsmodell für die Zukunft?

Schwellenländer verweisen auf Zukurzgekommensein
Die Schwellenländer streben nach „nachholender Entwicklung“, die am Wohlstand der Länder des Nordens bemessen ist. Sie verweisen einerseits auf ihre Ansprüche beim Zugriff auf natürliche Ressourcen, andererseits auf die Verantwortung der Industrieländer. Diese sollen mit Maßnahmen zur CO2-Reduzierung vorangehen und die seit langem zugesagten Finanztransfers zur Umsetzung der Reduktionsziele in den Schwellenländer realisieren.

Industrieländer fürchten Wohlstandsverlust
In den Industrieländern scheint die Befürchtung am Größten etwas vom Wohlstand an den Süden abgeben zu müssen. Höhere Auflagen beim Klimaschutz würden zu einer Abwanderung in den Süden führen, wird gewarnt. Deshalb, so z.B. der Verband der chemischen Industrie, seien weltweit gültige Standards wichtig. Uneinheiltiche Ziele dagegen würden sowohl zu einer Abwanderung der Industrien als auch der Emissionen führen.

Ist das Wachstumsmodell zukunftstauglich?
Die nachholende Entwicklung vieler Länder- allen voran China - führt ebenso wie die Bevölkerungsentwicklung zu einer weiteren Erhöhung der Nachfrage nach Rohstoffen. In den Industrieländern war Erdöl ein zentraler Pfeiler des bisherigen Wirtschaftswachstums. Gegenwärtig zeichnet sich aber die Endlichkeit von Gas und Eröl ab, in 25 Jahren wird die Produktion ingesamt im Abschwung sein. Das ist in doppelter Hinsicht wichtig für die Diskussion um Nachhaltigkeit: Erstens, wenn der Mangel an Erdöl zu einem vermehrten Einsatz von Kohle führt, deren Ökobilanz noch schlechter ist. Zweitens, weil sich für die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung daraus Probleme ergeben, wenn Agrarflächen für die Gewinnung alternativer Treibstoffe umgewidmet werden.

UN-Gipfel: Machtpolitische Erwägungen prägen Diskussion
Der legendäre UN-Gipfel in Rio 1992 vermittelte Aufbruchsstimmung, indem er erstmals weltweite Vertreter zusammenbrachte, um menschliche Belange und die Belange der Umwelt in Einklang zu bringen. Die nachfolgenden Gipfel – 2002 in Johannesburg und Rio 20+ - wurden von Machtpolitiken geprägt, die Ergebnisse waren vergleichsweise eher bescheiden. 

Zum Weiterlesen:
Brot für die Welt, eed, BUND 2009: Zukunftsfähiges Deutschland, Frankfurt am Main

Die Zeit, 28. Mai 2009: Warnung an die Welt.
Gerodete Wälder, ausgerottete Tierarten, tödlicher Größenwahn: Ausgerechnet auf der mythischen Osterinsel im Pazifik kann man besichtigen, was der Erde bevorsteht, wenn der Mensch seine eigenen Lebensgrundlagen besichtigt, von Erwin Koch.

Zeit Wissen, Nr. 1, 2010: Labor für die Welt
Versalzenes Wasser, Überschwemmungen und verheerende Stürme: In den Küstenregionen vieler Entwicklungsländer ist der Klimawandel schon zu spüren. Bangladesch ist unfreiwillig zum Vorbild geworden – für die Anpassung mit einfachsten Mitteln, von Thomas Häusler.

Zeit Online, 1.12.2009: Das Primat des Wirtschaftswachstums beenden.
Die ökologischen Krisen zeigen es deutlich: Ein auf Wachstum begründetes Entwicklungsmodell ist heute nicht mehr tragfähig, von Pierre Ibisch und Lars Schmidt.

Nachhaltigkeitsstrategie des Verbands der chemischen Industrie, http://www.vci.de/

 

Letzte Änderung: 09.04.2015

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