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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

Nachhaltige Entwicklung - eine Einführung

Die Metapher vom Boot, in dem alle sitzen, wird gerne als Grund, sich mit Nachhaltigkeit zu beschäftigen, verwendet, ist aber nur bedingt tauglich. Die Situation bedarf der genaueren Beschreibung. Es muss die Frage erlaubt sein, wer, wie von welchen Entscheidungen und Entwicklungen profitiert, wem diese nützen und wer möglicherweise eher ins Hintertreffen gerät. Dies heißt, möglichst umfassend auch solchen Sichtweisen Geltung zu verschaffen, die in der Regel nicht per se Gehör finden und als planungsrelevant gelten.

  • Mit den Friedensdemonstrationen, den Anti-Atomkraftbewegungen und Umweltaktivisten ist ein neu entstandenes Verständnis von zivilgesellschaftlicher Partizipation entstanden. Es manifestiert sich in einer Vielzahl von Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die sich im umwelt- und sozialpolitischen Bereich engagieren.
     
  • Die Anliegen von Frauen bleiben immer noch oft unerhört. Aber auch hier tut sich etwas. Von Beginn an erstritten sich Frauen in den Debatten und Praxisprozessen eine gewichtige Stimme, mit der sie ihre spezifische Perspektivität einbrachten. Gendermainstreaming ist der Versuch, die aus der Lebenswirklichkeit und sozialen Praxis von Frauen resultierenden Ansprüche im Prozess der gesellschaftlichen Auseinandersetzung um Nachhaltigkeit strukturell zu Gehör zu bringen.
     
  • Ähnliches lässt sich für die Rolle von Kindern und Jugendlichen sagen. Generationengerechtigkeit als zentrales Anliegen der Nachhaltigkeitsdebatte sollte nicht allein im Sinne einer Vermeidung zukünftiger Gefahren verstanden werden, sondern ebenso als unhintergehbare Aufforderung den Interessen von Kindern und Jugendlichen jetzt einen angemessenen Platz einzuräumen.
     
  • Breiten Raum nimmt derzeit die Frage nach tauglichen Indikatoren ein, die Nachhaltigkeit messen können. Wie lässt sich beurteilen, dass Massnahmen, Aktivitäten, Gesetze, Regulierungen ein Beitrag auf dem Weg zu nachhaltigeren Formen des Umgangs mit der Natur sind? 
     
  • Aber wie lernt man, wie lernt eine Gesellschaft nachhaltiger zu werden? Die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele setzt spezifische menschliche Fertigkeiten voraus. Diese Kompetenzen müssen gebildet und entwickelt werden. Hier setzt das Konzept Bildung für Nachhaltigkeit (BNE) an.

Das Thema Nachhaltigkeit hat viele Gesichter und wird auf allen Ebenen diskutiert:  Auf der Weltebene markierte vor allem die UN-Konferenz 1992 in Rio de Janeiro einen der bedeutendsten umwelt- und entwicklungspolitischen Weichenstellungen der vergangenen Jahrzehnte. Bei weltweit wirkenden Themen wie Klimaschutz und Biodiversität wurden wichtige Konventionen verabschiedet. Im wachsenden Europa wurden von den Regierungschefs im Jahr 2001 eine gemeinsame EU-Nachhaltigkeitsstrategie beschlossen. Die nationalen Nachhaltigkeitsstrategien spiegeln die unterschiedlichen Traditionen wieder und variieren dementsprechend. Die Bundesregierung in Deutschland verpflichtete sich mit der Verabschiedung der Nachhaltigkeitsstrategie 2002 dazu, dieses Thema als roten Faden bei allen politischen Entscheidungen mitzudenken und zu Grunde zu legen. In Rheinland-Pfalz engagieren sich das Land, einzelne Regionen und Kommunen für die Umsetzung der Agenda 21 und damit für die Entwicklung eines nachhaltigen Bundeslandes. Auf der Ebene des Individuums stellt sich die Frage: Wie lebe ich richtig, im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung und einer lebenswerten Zukunft für folgende Generationen?

Letzte Änderung: 08.04.2015

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