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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

Moderne Kommunikation: ökologische und soziale Herausforderung

Unsere Kommunikationsformen haben sich in den vergangenen 20 Jahren rasant verändert: Die elektronische Kommunikation hat eine zentrale Stellung eingenommen und E-Mails, SMS und mobiles Telefonieren sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Dazu kommt seit der „Erfindung“ des Web. 2.0. etwa im Jahr 2004 die Kommunikation in sozialen Netzwerken. Möglich wurden unsere permanente Erreichbarkeit und eine hohe Flexibilität in der Kommunikation. Gleichzeitig sind auch viele gesellschaftliche Herausforderungen entstanden, ökologischer Art und sozialer Art. Dieser Artikel beschäftigt sich mit den ökologischen Herausforderungen und der Frage, wie wir diese begegnen können. Zum Artikel "Moderne Kommunikation: Sozialer Gewinn oder soziale Herausforderung"?

Umweltschäden durch Handys

In Handys stecken viele wertvolle Rohstoffe, wie Edelmetalle und Seltene Erden. Diese Seltenen Erden sind zwar in großen Mengen vorhanden, die Gewinnung der Stoffe verursacht aber immense Umweltschäden: Es fallen große Mengen an Rückständen an, die giftigen Abfälle.“ Darüber hinaus enthalten die meisten Seltenen Erden-Lagerstätten radioaktive Materialien, die Gefahren wie das Austreten von Radioaktivität in den Luft- oder Wasserpfad bergen“ (Ausführlicher werden die Gefahren auf oeko.de erläutert). Der Betrieb des Mobilfunknetzes verursacht außerdem einen hohen Strombrauch. Weltweit verbrauchen Elektronische Geräte, darunter fast eine Milliarde Handys und zwei Milliarden Fernseher, 15 Prozent des Stromverbrauchs in Privathaushalten, so das Ergebnis einer Studie der Internationalen Energieagentur (IEA), die eine Verdreifachung bis 2030 prognostiziert.

Ökologisch telefonieren?
Auch wenn man nicht auf Mobiltelefone verzichten möchte, kann man einiges tun, um das Telefonieren mit dem Handy ökologischer zu gestalten. Mit dem NABU Umwelt-Tarif bieten NABU und E-Plus einen Tarif, dessen gesamte Wertschöpfungskette (vom Ökostrom bis zum Recycling) ökologisch gedacht ist, und der nicht automatisch mit dem Kauf eines neuen Gerätes verbunden ist. Ein Beitrag, um den Handyverbrauch und damit die Belastungen, die durch die Herstellung von Mobilgeräten entstehen, zu reduzieren. Gleichzeitig bietet der NABU durch sein ökologisches Handy-Ranking Unterstützung beim Kauf eines Neugerätes. Berücksichtigt werden die Kriterien „Gesundheit“, „Ressourcenschonung“, „Bewertung des Zubehörs“, und die Bewertung des Herstellungsprozesses in Bezug auf ökologische und soziale Kriterien. Durch den richtigen Umgang mit dem Handy, indem man z.B. vermeidet, das Handy ständig ein- und auszuschalten, kann Energie gespart werden.

Ratgeber „Grüne Elektronik“
Der Ratgeber „Grüne Elektronik“ von Greenpeace beinhaltet eine Ranking der Führenden Hersteller von Fernsehern, Computern und Mobiltelefonen. Das Ranking verdeutlicht, welche Unternehmen am meisten bzw. am wenigsten Fortschritte beim Umweltschutz gemacht haben: Welche von ihnen verzichten in der Produktion auf bestimmte Chemikalien, und was tun die Unternehmen für das Recycling ihrer Produkte? „Auf den vorderen Plätzen finden wir Sony Ericsson und Nokia, vor allem weil sie Produkte ohne die problematischen Chemikalien PVC, BFRs, Antimon, Beryllium und Phthalate anbieten, auf Platz 5 – inzwischen angegrünt – Apple. Weit abgeschlagen im signalroten Bereich Microsoft, Toshiba und Nintendo.“ Bei der Frage „Elektronikschrott“ erhielt Nintendo 0 Punkte. Die detaillierten Ergebnisse finden Sie hier: - http://blog.greenpeace.de/?s=Greener+electronics
Dabei werden zwei verschiedene Studien hinzugezogen: der Greenpeace Guide to Greener Electronics (Oktober 2010) und die Studie zu Konfliktmineralien „Getting to Conflict Free“ im Rahmen des Enough-Projekts (Dezember 2010).

Elektroschrott: Was passiert mit den alten Geräten?
Die Ausstattung mit elektronischen Geräten in deutschen Haushalten ist beachtlich. Fernsehen, Handy, Computer und Internetanschluss, aber auch Digitalkamera, MP3-Player, DVD-Player und Spielkonsole gehören zum Standard. Laut der JIM-Studie 2010 verfügen Familien mit jugendlichen Familienmitgliedern durchschnittlich über 4,0 Handys, 2,7 Computer und 2,4 Fernseher.“  Gleichzeitig werden „in kaum einem anderen Bereich (…) Produkte so schnell erneuert und alte auf den Müll geworfen wie in dem der elektronischen Medien“ (dis.kurs 1/2012, S. 33). Das führt zu einer unvorstellbaren Menge von Elektroschrott. Vieles davon findet sich dann auf afrikanischen, indischen oder chinesischen Müllhalden wieder, mit schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen für die Menschen, vor allem die Kinder, die den Elektroschrott auseinander nehmen. Zwar ist der Export von Elektroschrott laut EU-Gesetzgebung verboten. Dieses Verbot wird von vielen Unternehmen aber durch die Deklaration defekter Geräte als Second-Hand-Ware umgangen, denn diese dürfen exportiert werden..

  • Die Alt-Handy-Initiative der Deutschen Umwelthilfe und der Deutschen Telekom ermöglicht Ihnen, Ihr Handy zurückzugeben. Wie das funktioniert und wie das Recycling abläuft, erfahren Sie auf der Internetseite:
    http://www.handysfuerdieumwelt.de/home/

Alte Laptops für Bildung spenden
Hundert Millionen Laptops liegen – vermeintlich zu alt - ungenutzt in Haushalten. Gleichzeitig fehlen vielen Kindern in Ländern der Dritten Welt Zugang zu Bildung und in Schulen mangelt es an Laptops. Das Ziel von Labdoo ist es auf einer offenen Basis („grass-roots“) dezentral Social-Networking-Tools zu verwenden, um effizient Laptops zu den Kindern in der Dritten Welt zu bringen, ohne Verschwendung zusätzlicher Ressourcen der Erde.“ (homepage). In Deutschland gibt es bereits mehrere sogenannter „hubs“, an denen die Laptops abgegeben werden können, u.a. in Berlin, Frankfurt, Dödenhofen, Mühlheim an der Ruhe und Nürnberg. Von dort werden Sie an 25 Bildungsprojekte für Kinder in verschiedenen Ländern weitergereicht.

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