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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

Moderne Kommunikation: ökologische und soziale Herausforderung

Unsere Kommunikationsformen haben sich in den vergangenen 20 Jahren rasant verändert: Die elektronische Kommunikation hat eine zentrale Stellung eingenommen. E-Mails, mobiles Telefonieren sind genauso wenig aus dem Alltag wegzudenken wie Kurznachrichten (WhatsApp & Co.) und das Surfen im Internet von mobilen Endgeräten.  Auch die Kommunikation in sozialen Netzwerken hat insbesondere für Jugendliche einen zentralen Stellenwert in der alltäglichen Kommunikation. Möglich wurde mit all diesen Kommunikationsformen unsere permanente Erreichbarkeit und eine hohe Flexibilität. Gleichzeitig sind auch viele gesellschaftliche Herausforderungen entstanden, ökologischer Art und sozialer Art. Dieser Artikel beschäftigt sich mit den ökologischen Herausforderungen und der Frage, wie wir diese begegnen können. Der Artikel "Moderne Kommunikation: Sozialer Gewinn oder soziale Herausforderung"beleuchtet die sozialen Herausforderungen. 

Ausstattung mit elektronischen Geräten
Die Ausstattung mit elektronischen Geräten in deutschen Haushalten ist beachtlich. Fernsehen, Handy, Computer und Internetanschluss, aber auch Digitalkamera, MP3-Player, DVD-Player und Spielkonsole gehören zum Standard. Laut der JIM-Studie 2016 verfügen 97 Prozent der Zwölf- bis 19-Jährigen über ein eigenes Mobiltelefon, drei Viertel haben auch einen eigenen PC oder Laptop zur Verfügung (74 %), rund die Hälfte besitzt einen eigenen Fernseher. Insgesamt nimmt die Anzahl der Geräte trotz deren Multifunktionalität in den Haushalten nicht ab. Die Prognosen für die nächsten Jahre gehen von weiter steigenden Zahlen aus.

Viele Rohstoffe und viel Energie 
"Die Herstellung und Verwendung von Elektronik-Artikeln kostet große Mengen Energie – wie viel genau, weiß keiner".  Mit der steigenden Zahl an Geräten steigt auch die Nachfrage nach Materialien wie Kobalt, Palladium, Tantal, Silber, Gold und Magnesium und Seltenen Erden, die in winzigen Mengen pro Gerät verwendet werden (vgl. Greenpeace 2016: Grüne Elektronik).  
 

Handys und Laptops: Energie sparen, aber wie?
Auch wenn man nicht auf Mobiltelefone und Laptops verzichten möchte, kann man einiges tun, um die Nutzung der Geräte ökologischer zu gestalten.   Besonders wichtig ist dabei, möglichst lange das gleiche Gerät zu benutzen, gegebenenfalls den Akku auszutauschen oder das Gerät reparieren zu lassen, statt sich in kurzen Abständen neue Geräte zu kaufen. Aber auch durch den richtigen Umgang mit dem Handy und Laptops kann Energie gespart werden.

Elektroschrott: Was passiert mit den alten Geräten?
Gleichzeitig werden „in kaum einem anderen Bereich (…) Produkte so schnell erneuert und alte auf den Müll geworfen wie in dem der elektronischen Medien“ (dis.kurs 1/2012, S. 33). Das führt zu einer unvorstellbaren Menge von Elektroschrott. Fast jeder Deutsche schmeißt jährlich 500 Kilo Dinge „weg“ hier, davon 8,8 Kilo Elektroschrott (vgl. utopia.de) Hundert Millionen Laptops und Handys liegen außerdem  – vermeintlich zu alt - ungenutzt in Haushalten. Die durchschnittliche Nutzungsdauer für ein neues Smartphone beispielsweise beträgt nur rund zwei Jahre (für Android-Phones sogar weniger als ein Jahr). Einer Umfrage von Greenpeace vom August 2016 hat gezeigt, dass zwei Drittel der in Deutschland repräsentativ Befragten kritisieren, dass zu viele neue Smartphone-Modelle auf den Markt gebracht werden. „Daraus resultiert das Gefühl: Ich kann mich auf die Qualität meines Gerätes nicht verlassen und bin technisch nicht auf der Höhe der Zeit.“ Drei von fünf Befragten wünschen sich, dass Mobiltelefone länger halten und leichter reparierbar sind.

Was man tun kann?

  • Greenpeace-Gruppen bieten Repair-Cafés für Smartphones in einigen deutschen Städten an. 
  • Die Alt-Handy-Initiative der Deutschen Umwelthilfe und der Deutschen Telekom ermöglicht Ihnen, Ihr Handy zurückzugeben. Wie das funktioniert und wie das Recycling abläuft, erfahren Sie auf der Internetseite handysfuerdieumwelt.de
  • Eine Alternative ist, das alte Handy zu verkaufen. Auf Zonzoo.de oder wirkaufens.de kann man auch defekte Handys verkaufen.
  • Alte Laptops für Bildung spenden: Das Ziel von Labdoo ist es, effizient Laptops zu den Kindern in der Dritten Welt zu bringen. In Deutschland gibt es bereits mehrere sogenannter „hubs“, an denen die Laptops abgegeben werden können.Von dort werden Sie an 25 Bildungsprojekte für Kinder in verschiedenen Ländern weitergereicht.
  • Galileo: Der Weg des Handys  - Video
    Folge 274 Staffel 6
    Im Schnitt kaufen wir alle 18 Monate ein neues Handy - unglaublich, aber wahr. Aus diesem Grund wollten wir herausfinden: Was steckt eigentlich alles drin in einem so kleinen Gerät?

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Zum Weiterlesen:

Willmroth, Jan 2015: Das jährliche Smartphone. So umweltschädlich ist der Handy-Verbrauch. In: wiwo.de, veröffentlicht am 30.06.2016

Neues Elektroschrott-Gesetz: Was du jetzt wissen musst – 10 Tipps, von utopia.de

"Stromfresser" Internet. Wie viel Energie braucht das Netz?, SWR, Jörg Hommer/Pascal Kiss, Stand: 2.1.2017

Kurzinfo Grüne Elektronik. Umweltproblem Smartphone, Greenpeace, Stand:9/2016

Cloud-Computing verbraucht mehr Strom als ganz Deutschland, Greenpeace-Report, April 2014

Studie der Internationalen Energieagentur. Verbrauch durch Elektrogeräte verdreifacht sich bis 2030

 Medienpädagagogische Forschungsverbund Südwest (mpfs): JIM-Studie 2016. Jugend, Information, (Multi-) Media, 2016

Prognose zur Anzahl der Smartphone-Nutzer weltweit von 2012 bis 2020  (in Milliarden), Statista 2017

Im Germanwatch-Blickpunkt: Sozial-ökologische Handyrankings – Segen oder Fluch?, März 2015 

Letzte Änderung: 03.06.2017

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