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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

Nachhaltige Lebensstile

Etwa zwei Drittel der Deutschen betrachteten 2014 die Bewältigung des Umweltschutzes sogar als zentrale Voraussetzung, um Zukunftsaufgaben zu meistern. Gleichzeitig waren etwa genauso viele Bürgerinnen und Bürger der Meinung, dass das Engagement der Bundesregierung im Hinblick auf Umweltschutz nicht ausreicht. Auch das Vertrauen in verbesserte Technik ist sehr hoch. So stimmte die Bevölkerung beispielsweise einem Umstieg auf Erneuerbare Energien mit überwältigender Mehrheit zu. Aber wie sieht es mit der eigenen Handlungsbereitschaft aus? Gibt es eine Bereitschaft zur Veränderung des eigenen Lebensstils? Ändern sich Handlungsmuster als Indiz für einen kulturellen Wandel hin zu nachhaltigen Lebensstilen?

Einschätzung des individuellen Beitrags
Das Umweltbundesamt versucht mit der alle 2 Jahre durchgeführten Studie „Umweltbewusstsein in Deutschland“ diese Bereitschaft zu erfassen. Die Studie von 2014 bestätigte ein prinzipielles Bewusstsein dafür, dass Forderungen an andere Akteure nicht ausreichend sind und auch der eigene Einsatz erforderlich ist. „So stimmen 86 Prozent der Aussage, „dass wir alle selbst aktiv werden und anfangen [müs- sen], unsere Lebensweise zu verändern“, zu. Gleichzeitig meinen 84 Prozent, dass wir strenge und konsequente Gesetze brauchen und der Staat die entsprechenden Vorgaben machen muss“ (Studie Umweltbundesamt 2014).

Auffällig ist aber der Unterschied im Hinblick auf das Potenzial, das bei der Industrie, Bundesregierung und Bürger/innen gesehen wird. Das bisherige Engagement der Industrie wird mit Abstand am Schlechtesten bewertet: Nur 14 % glauben, dass „genug“ oder „eher genug“ von der Industrie getan wird. Dagegen glauben 37%, dass die Bürgerinnen bereits „genug“ oder „eher genug“ tun. Das heißt, dass das größte Potential bei der Industrie gesehen wird, aber auch von den Mitbürgerinnen und Mitbürgern deutlich mehr Engagement erwartet wird. 

Charakteristika eines nachhaltigen Lebensstils
Bei dem Konzept „Nachhaltiger Lebensstil“ geht es um eine Alternative zum konsumorientierten „Immer mehr“. Nachhaltig leben bedeutet nicht Verzicht, sondern ein gutes/maßvolles Leben. Das schließt insbesondere ein Handeln ein, das die Lebensqualität erhält, aber Verschwendung vermeidet. (Enquête Kommission „Globalisierung der Weltwirtschaft-Herausforderungen und Antworten“ des 14.Deutschen Bundestages (2002), Schlussbericht der Enquêtekommission, Berlin).

Kennzeichen: Nachhaltiger Konsum, Suffizienz und Gerechtigkeit
Diese Alternative ist vor allem durch einen nachhaltigen Konsum gekennzeichnet dessen Umweltverbrauch und deren Treibhausgasemissionen ein bestimmtes Maß nicht überschreiten. Dem Stichwort „Suffizienz“ - einem „Genug“ anstelle des „Immer mehr“ - kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Suffizienz verweist auf ein neues Wohlstandsmodell. Die zentrale Botschaft ist: ohne Lebensstilveränderungen (Suffizienzgewinne) kann der ökologische Umbau der Gesellschaft nicht gelingen. Ein nachhaltiger Lebensstil berücksichtigt aber unter dem Stichwort „Gerechtigkeit“ auch die sozialen Aspekte des eigenen Handelns.

Im Themenfeld "Basic Needs" erhalten Sie Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige Befriedigung der sogenannten Grundbedürfnisse, die für die Handlungsfelder „Ernährung“, „Bauen und Wohnen“ sowie "Mobilität" konkretisiert werden.

Letzte Änderung: 26.06.2016

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