Direkt zum Hauptmenü. Direkt zum Untermenü. Direkt zur linken Navigation. Direkt zum Text.

Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

Was ist Globalisierung?

"Globalisierung ist die weltweite Verflechtung, in erster Linie die wirtschaftliche. Vor 1990 war das Wort Globalisierung nicht in Gebrauch. Man sprach vielleicht von der Internationalisierung der Wirtschaft. Diese hatte ihre Ursprünge in den Jahrhunderten der (europäischen) Seefahrer. Sie kam zu einem tragischen Höhepunkt während der Kolonialzeit des 19. Jahrhunderts. Mit dem technischen Fortschritt beim Verkehr und der Kommunikation wurde die wirtschaftliche Verflechtung der Staaten und der Erdteile immer intensiver und enger. Später haben auch politische Zielsetzungen der regionalen Integration, der Expansion und der Friedenssicherung die wirtschaftliche Verflechtung gefördert. Die zunehmende wirtschaftliche Verflechtung ist nicht einfach urwüchsig über die Welt gekommen. Sie ist politisch aktiv herbei geführt worden", so definiert Ernst-Ulrich von Weizäcker Globalisierung.

Risiken der Globalisierung
So eng wie heute waren Industrieländer und arme Regionen noch nie miteinander verflochten. Global agierende Wirtschaftsunternehmen können in Entwicklungsländern neue Arbeitsplätze schaffen, aber damit auch neue Abhängigkeiten. Die Risiken der globalen Verflechtungen für die Bevölkerungen vor Ort demonstriert der Dominoeffekt des aktuellen Weltwirtschaftsbebens: „Wenige Wochen nach dem Wall-Street-Kollaps sanken in Chinas Küstenregionen die Bestellungen von Mobiltelefonen und noch ein paar Wochen später schlossen im Kongo die ersten Kobaltminen, weil man Kobalt für den Bau von Handys braucht“ (Zeit, Nr. 23/2009, S. 25). Von den Vorteilen einer globalen Wirtschaft profitieren in Schwellen- und Entwicklungsländern meist nur ihre Eliten.

Globalisierte Umwelt- und Klimaphänomene
Umwelt- und Klima-Phänomene kennen seit jeher keine nationalen Grenzen. So werden die Auswirkungen der Klimaveränderungen nicht nur dort zu spüren sein, wo sie verursacht wurden. Während die Urheber des Co² - Ausstoßes der letzten Jahrzehnte vor allem die Industriestaaten sind, werden die Folgen zunächst vor allem in den ärmeren Ländern des Südens und auf Inselstaaten spürbar. Zu den Verlierern der Globalisierung gehörten dabei vor allem auch die indigenen Völker, weil ihnen die Lebensgrundlage genommen werden. Auch deswegen ist globales Umweltdenken und -Handeln ein wichtiges Anliegen.

Risiko für den Weltfrieden
Gleichzeitig führt der Klimawandel auch zu machtpolitischen Verschiebungen im Kampf um lebenswichtige Ressourcen wie Wasser, aber auch im Kampf um Ressourcen wie Seltene Erden, die z,B, für eine nachhaltige Energiepolitik unabdingbar sind. Unter deutschem Vorsitz wurde im UN-Sicherheitsrat am 20. Juli 2011 in New York zum ersten Mal Klimawandel als Risiko für den Weltfrieden thematisiert. Um solche Konflikte zu vermeiden, bedarf es also neuer Formen der Kooperation um lebenswichtige Ressourcen wie Wasser, Nahrung und Energie für alle zu sichern. 

Mehr Wohlstand - weniger Ressourcenverbrauch
Die Bevölkerung in diesen Ländern wächst rapide und damit auch die Weltbevölkerung. Prognosen des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) schätzen bis 2050 eine Steigung auf 9 Milliarden (mittlere Variante/Schätungsvariante) - bei Zugrundelegung einer hohen Schätzungsvariante sogar bis auf 10,5 Milliarden. Wenn 10 Milliarden Menschen den heutigen Wohlstand der Industrieländer hätten, wäre die Welt in kürzester Zeit ökologisch am Ende. Die Wohlstandsziele der Schwellen- und Entwicklungsländer richten sich aber meist nach dem Stand der Privilegiertesten, also den Industrieländern oder ihren Eliten. Deshalb muss eine Anhebung der Wohlstandsziele für Schwellen- und Entwicklungsländer mit einem deutlich geringeren Verbrauch von Naturressourcen erreicht werden.

Eine nachhaltige Entwicklung, der Schutz des Klimas und der Erhalt der Biodiversität, sind nur durch globales Handeln aller Akteure zu erreichen. „Eine Lösung zu finden, die "Norden" und "Süden" zu einer Umwelt vereint, scheint eine der größten Herausforderungen der Gegenwart zu sein“, so Weizäcker. 

 

Zum Weiterlesen:
Handbuch der Globalisierung: Ein kleines Wörterbuch, das Begriffe erklärt, die im Zusammenhang mit der Diskussion um Globalisierung häufig gebraucht werden sowie eine Linkliste und eine Liste mit Büchertipp.

Was ist Globalisierung und wie erklärt sie sich? Beitrag von Weizäcker in voller Länge

Über aktuelle Entwicklungen berichtet der "Atlas der Globalisierung", den Le Monde Diplomatique herausgibt. Informationen dazu und eine Bestellmöglichkeit finden Sie bei der taz .

Die Website www.globalisierung-online.de wird von Andreas Wulf-Antonowitsch bearbeitet, der auch eine CD mit Informationen zur Globalisierung und Tipps für Lehrerinnen und Lehrer anbietet.

Die Enquêtekommission "Globalisierung der Weltwirtschaft" des deutschen Bundestages hat sich in seinem Abschlussbericht mit der der Herausforderungen und Chancen der Globalisierung beschäftigt.

 

© 2006-2016 Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz