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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

Die Vielfalt des zivilgesellschaftlichen Engagements

Mit der Bürgerinitiativebewegung,  den grossen Friedensdemonstrationen in den 80er Jahren, den Aktionen der Antiatomkraft- und Umweltbewegung und dem Engagement vieler Gruppen für die Länder und Probleme der dritten Welt ist international ein neues Verständnis von zivilgesellschaftlicher Mitwirkung an Politik gewachsen, das sich heute in einer Vielzahl von sogenannten Nichtregierungsorganisationen (NGOs) einen Ausdruck verschafft.

Bedeutung von Nicht-Regierungsorganisationen
Bereits im Brundlandbericht 1987, der für seine Definition des Begriffes „Nachhaltige Entwicklung“ bekannt ist, wird die zentrale Bedeutung von NGOs auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung betont: "Diese Gruppen (haben) wesentlich dazu beigetragen, Risiken aufzuzeigen, Umweltfolgen zu prüfen und Maßnahmen zu entwerfen und durchzuführen, um mit diesen umzugehen und ein hohes Ausmaß an öffentlichem und politischem Interesse als Handlungsbasis wach zu halten.
(…) Immer mehr Probleme der Umwelt und Entwicklung könnten ohne sie nicht in Angriff genommen werden" (Zitat Brundlandbericht).

Partizipation im Agenda-21-Prozess
Auch das Kapitel 27 der Agenda 21, das Abschlussdokument der UN-Umweltkonferenz in Rio 1992, geht ausdrücklich auf die Rolle von Nicht-Regierungsorganisationen und von Beteiligung im Agendaprozess ein. Dort heißt es: "Nichtstaatliche Organisationen spielen eine entscheidende Rolle bei der Ausformung und Umsetzung einer teilhabenden Demokratie (...) Formelle und informelle Organisationen wie auch Basisgruppen sollen als Partner bei der Umsetzung der Agenda 21 anerkannt werden. Die unabhängige Rolle, die den nichtstaatlichen Organisationen innerhalb der Gesellschaft zukommt, verlangt nach einer echten Mitwirkung".

Globalisierungskritisches Engagement
Heute rufen insbesondere die ökonomischen und sozialen Auswirkungen der Globalisierung (siehe Thema "Globalisierung") Proteste, Widerstand und die Forderung nach einer Einschränkung der Warengesellschaft hervor. Eine Form sind die Weltsozialforen, die eine Gegenveranstaltung zu den Gipfeln der Welthandelsorganisation (WTO), dem Davoser Weltwirtschaftsforum (WEF) und den jährlichen Weltwirtschaftsgipfeln der Regierungschefs der G8-Staaten sind  und als Bündnis von lokalen und regionalen Initiativen entstanden sind. Das bisher letzte Sozialforum fand 2013 in Tunesien statt, der nächste Gipfel ist 2015 erneut in Tunis geplant. Aufsehen erregt hat auch der, im Dezember 1998 stattgefundene, Zusammenschluss globalisierungskritischer Gruppen zu Attac, einem Bündnis, das auf die sozial, ökolologisch und ökonomisch zerstörerischen Folgen der internationalen Finanz- und Kapitalmärkte hinweist. .

NGOs für den Erhalt der Umwelt
Eine Vielzahl von Umwelt-NGOs engagieren sich für den Erhalt der Lebensgrundlagen und eine Verbesserung der Umweltsituation – wie der Deutsche Naturring (DNR), Germanwatch, BUND, Greenpeace Deutschland, die sich im Forum Umwelt und Entwicklung zusammengeschlossen haben, um die gemeinsamen Kräfte zu mobilisieren. Auf europäischer Ebene bündelt der Dachverband „Europäisches Umweltbüro“ (European Environment Bureau) die Aktivitäten von etwa 140 Nichtregierungsorganisationen. Als weltweites Netzwerk von über 700 zivilgesellschaftlichen Organisationen in 90 Ländern will das „
Climate Action Network-International“ (CAN) Nichtregierungsorganisationen in ihrem Ziel einer nachhaltigen Entwicklung unterstützen.

Soziales Engagement
Die sozialen Folgen der Globalisierung sind zum Beispiel Thema von medico oder Ärzte ohne Grenzen und leisten Hilfen zum Überleben und zum Aufbau von Basisstrukturen in den Bereichen Gesundheit, Ernährung und Wohnen. Viel Interesse gewinnen auch Initiativen wie Slow Food, die eben diesen Tendenzen einen lustvollen und auf den Erhalt lokalen und handwerklichen Wissens gerichteten Umgang mit Ernährung entgegensetzen.  Kinderhilfsorganisationen wie terre des hommes oder Save the Children Fund setzen sich für die Rechte von Kindern ein.

Letzte Änderung: 06.02.2014

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