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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

Nachhaltige Entwicklung - eine Einführung

„Nicht auf Kosten der kommenden Generationen zu leben“  - so lässt sich der Begriff „Nachhaltigkeit“ vielleicht am Kürzesten zusammenfassen. Geprägt wurde der Begriff  vor allem durch den Brundlandt-Bericht von 1987, der als Grundstein für den weltweiten Diskurs gilt. Dieser Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen kennzeichnet nachhaltige Entwicklung als eine, „die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen.“ Nachhaltigkeitsmodelle betonen entsprechend den unauflösbaren Zusammenhang der Nachhaltigkeitsdimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales und führen damit zusammen, was in der Wirtschaft lange voneinander getrennt wurde. 

Ursprünglich für die Umweltpolitik und Ressourcenökonomie geprägt, ist der Begriff Nachhaltigkeit durch seinen inflationären Gebrauch mittlerweile verwässert worden.  Verwendet wird er für unterschiedlichste Politikbereiche, und auch etwa 90 % der DAX-Unternehmen fertigen eigene Nachhaltigkeitsberichte. Verwiesen wird damit ganz allgemein auf ein verantwortungsbewusstes Verhalten.  Um so wichtiger ist es, den Begriff, der zunächst nur ein „grober Kompass“ ist und „Entscheidungen eine zusätzliche Portion Komplexität hinzufügt (vgl. APuZ, S.14 und 15), praxistauglich zu machen und auch solchen Sichtweisen Geltung zu verschaffen, die in der Regel nicht per se Gehör finden:

  • Breiten Raum nimmt deshalb die Frage nach tauglichen Indikatoren ein, die Nachhaltigkeit messen können. Wie lässt sich beurteilen, ob Massnahmen, Gesetze, Regulierungen ein Beitrag auf dem Weg zu nachhaltigeren Formen des Umgangs mit der Natur sind?
  • Gleichzeitig muss eine Gesellschaft lernen, wie man nachhaltiger wird.  Die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele setzt spezifische menschliche Fertigkeiten voraus, die gebildet werden müssen. Hier setzt das Konzept Bildung für Nachhaltigkeit (BNE) an.
  • Eine Vielzahl von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) engagieren sich im umwelt- und sozialpolitischen Bereich und sichern so zivilgesellschaftliche Mitwirkung.
  • Den oft unerhörten Anliegen von Frauen strukturell Gehör zu verschaffen, ist das Ziel von Gendermainstreaming. Von Beginn an erstritten sich Frauen in den Debatten eine gewichtige Stimme, mit der sie ihre spezifische Perspektivität einbrachten. 
  • Generationengerechtigkeit als zentrales Anliegen der Nachhaltigkeitsdebatte bedeutet neben der Vermeidung zukünftiger Gefahren ebenso die Berücksichtigung der Interessen von Kindern und Jugendlichen.

Das Thema Nachhaltigkeit hat viele Gesichter und wird auf allen Ebenen diskutiert: 

  • Auf der Weltebene markierte vor allem die UN-Konferenz 1992 in Rio de Janeiro einen der bedeutendsten umwelt- und entwicklungspolitischen Weichenstellungen der vergangenen Jahrzehnte.
  • Im wachsenden Europa wurde von den Regierungschefs im Jahr 2001 eine gemeinsame EU-Nachhaltigkeitsstrategie beschlossen. 
  • Die Bundesregierung in Deutschland verpflichtete sich mit der Verabschiedung der Nachhaltigkeitsstrategie 2002 dazu, dieses Thema als roten Faden bei allen politischen Entscheidungen mitzudenken und zu Grunde zu legen.
  • In Rheinland-Pfalz engagieren sich das Land, einzelne Regionen und Kommunen für die Umsetzung der Agenda 21 und damit für die Entwicklung eines nachhaltigen Bundeslandes.
  • Auf der Ebene des Individuums stellt sich die Frage: Wie lebe ich richtig, im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung und einer lebenswerten Zukunft für folgende Generationen?

Letzte Änderung: 20.05.2017

Zum  Weiterlesen: 
Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ31–32/2014). Nachhaltigkeit. Herausgeber: bpb, Seiten: 48, Erscheinungsdatum: 28.07.2014, Erscheinungsort: Bonn 
www.bpb.de

Lexikon der Nachhaltigkeit: Modelle und Konzepte zur Nachhaltigkeit 
http://www.nachhaltigkeit.info

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