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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

FÖJ-Bericht von Annika

2016. Die Schulzeit neigt sich dem Ende zu. Das Ziel ist erreicht. Doch was nun ?

Was will ich? Was kann ich? Wo will ich hin? So wie viele meiner Mitschüler*innen bin ich erstmal planlos. Ich interessiere mich für Umweltthemen. Beschäftige mich mit der Frage, wie ich mit kleinen Dingen im Alltag die Umwelt schützen kann. Also irgendwas mit Umwelt. Umweltschutz? Umweltethik? Umweltbildung? Ich will nicht einfach nur einen Beruf erlernen. Ich will meine Berufung finden. Durchgestreifte Bücher mit den Titeln: Ausbildungsberufe von A-Z oder Studieren in verschiedenen Städten. Aber was ist das richtige für mich?

In der Schule wird man oft in seinen Interessen gelenkt. Ich entscheide mich für ein FÖJ, weil ich darin die Möglichkeit sehe meine individuellen Fähigkeiten und Interessen weiterzuentwickeln. Ich übernehme gerne Verantwortung, bin gerne kreativ und will auf andere Menschen zu gehen. Das FÖJ gibt mir die Chance, nach vielem theoretischen Lernen endlich selbst Projekte und Ideen in die Hand zu nehmen.

Eine meiner Bewerbungen ist an die Landeszentrale für Umweltaufklärung in Mainz adressiert. Die mit dem Kochbus. Dort wo es die Möglichkeit gibt, so viele Formen des Arbeitens kennen zu lernen.Schon bei meinem Bewerbungsgespräch lerne ich, wie wichtig es ist von Herzen motiviert und von einer Sache begeistertzu sein.

Im August ist es soweit mein Freiwilliges ökologisches Jahr in der LZU beginnt.

Mein Schreibtisch steht in einem großen Raum mit vielen Büchern über versch. Umweltthemen. Die LZU hat insgesamt 3 FÖJ-Stellen. Gemeinsam wird es also nie langweilig.Meine Kollegin Koray, die klimafreundliche Kochkurse gibt und für den Kochbus zuständig ist, zeigt mir die Stadt. In unserem Stadtrundgang lerne ich, wo ich nachhaltig einkaufen kann.

Ich bekomme die Aufgabe, Pressemitteilungen für die Kochbustermine an zu passen und weiter zu leiten. Habe Zeit mich in Hintergründe ein zu lesen und mich mit all den spannenden Themen auseinander zu setzen.

Die LZU ist auf eine Veranstaltung eingeladen, wo die Broschüren und Aktionen der LZU auf einem Stand präsentiert werden sollen. Diesen soll ich vorbereiten und organisieren. Eine gute Aufgabe, um die verschiedenen Projekte der LZU kennen zu lernen. Ich komme immer wieder mit verschiedenen Menschen und Organisationen in Kontakt.So lerne ich unterschiedliche Einrichtungen, Netzwerke und Aktionsräume kennen.

Eine typische Büroarbeit ist die Mitorganisation der Kochbusanfragen. Und bald kommen auch schon die ersten Kochbustermine. Gemeinsam mit den unterschiedlichsten Gruppen, verschiedenen Alters, kochen wir überall in Rheinland-Pfalz. Vom Handeln zum Wissen ist dabei das Motto. Toll ist, dass wir dabei in der Natur sind, denn die Küche ist autark. Besonders gefallen mir die Einsätze mit Kindern und Jugendlichen, bei denen wir neben dem Kochen auch verschiedene Lernspiele spielen.

Im Winter bereite ich gemeinsam mit meinen FÖJ-Kollegen ein klimafreundliches Koch-Projekt vor. Der Kurs richtet sich an Schüler weiterführender Schulen, die wir über eine längere Zeit besuchen. Ich finde es total spannend bei den Projekten von Anfang bis Ende dabei zu seinund sie mit gestalten zu können. Meine Meinung wird ernst genommen und im Team arbeiten wir auf Augenhöhe.Wir erarbeiten gemeinsam das Konzept und die Methoden für Jugendliche. In diesem Rahmen konnte ich ein Wintergemüsequartett gestalten. Dazu gehören Recherche, Design und Organisation.

Besonders gefällt mir die Vielseitigkeit der Einsatzstelle. Ich habe die Möglichkeit bei der Planung und Organisation von Veranstaltungen mitzuhelfen und diese auch praktisch um zu setzen.

Im Rahmen des FÖJ habe ich die Chance gemeinsam in einem Vorbereitungsteam ein komplettes Seminar zu gestalten „Naturschutz gegen Rechtsextremismus“. Dort kann ich gelernte pädagogische Methoden anwenden und ausprobieren.

Immer wieder merke ich, wie viel Freude es mir bereitet andere, besonders Kinder und Jugendliche für den Erlebnisraum Natur zu begeistern und so ihr Bewusstsein für die Natur zu stärken. Die Antwort auf die Frage, was ich nach dem FÖJ machen will wird immer deutlicher. Ich mache viele Erfahrungen, die auch für mein späteres Berufsleben wichtig sind. Zum Beispiel dass ich selbst für meine Zeiteinteilung verantwortlich bin. Es gibt viele Angebote und Möglichkeiten mich weiter zu bilden und mich zu engagieren.Ich habe Zeit eigenständig Workshops und Seminare zu besuchen.

An einem Tag kann ich bei einem Waldkindergarten hospitieren. An einem anderen Tag lerne ich eine Kita mit Schwerpunkt tiergestützter Pädagogik kennen. Im Frühling ist es endlich soweit. Ich kann bei den Arbeiten rund um die Bienenstöcke auf dem Dach des Ministeriums mit helfen. Ganz praktisch lerne ich vieles über den Bien. Mit Bienen habe ich mich im Rahmen des FÖJ schon früher beschäftigt. Z.B bei der Arbeit mit dem Umweltjournal. Bei der Organisation des Projekts „Aktion Bien“, welches Schulen mit Bienen AG`s unterstützt, konnte ich ebenfalls unterstützen.

In meinem FÖJ kann ich selbstständig und frei lernen; und mich weiter entwickeln. Durch meine Einsatzstelle habe ich viele verschiedene Einblicke bekommen und Möglichkeiten wahrnehmen können. Ich werde vieles aus meinem FÖJ in meine Studienzeit und darüber hinaus mitnehmen.

Das ist vor allem die Erkenntnis Gesellschaft mitgestalten zu können, egal wie alt du bist oder wie viele Erfahrungen du schon gemacht hast - Deine Meinung ist wichtig und wird gehört.

 „Denn die Zukunft lässt sich eben nur schwer planen, sondern muss erlebt werden.“

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